KVB Streik Mi. 12.03. / Hintergrund der KVB streikt : Bessere Arbeitsbedingungen mit Blick auf die Verkehrswende

Wie Nahverkehr verbesser?
Mitarbeiterproduktivität steigern ./. Investitionen in den öffentlichen Nahverkehr
 
Beschäftigte bestreiken die KVB
Am Freitag, 27.02.2026
und
Samstag,  28.02.2026  

keine Stadtbahnen und KVB-Busse.

Nichts? nicht wirklich! vereinzelte Busfahrten von Subunternehmen könnten noch fahren.
Welche Busfahrten stattfinden könnten, entnehmen Sie bitte der Fahrplanauskunft.
Anlass für den landesweiten ganztägigen Warnstreik sind die laufenden Verhandlungen zum TV-N NW – Spartentarifvertrag Nahverkehrsbetriebe für die Beschäftigten im kommunalen ÖPNV.

Die Gewerkschaft äußert sich wie folgt zu den Warnstreiks:


„Die Verhandlungen kommen insgesamt kaum voran, obwohl es in einzelnen Bereichen schon vier Runden gab“, konstatierte die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Christine Behle am Dienstag. „Das ist mehr als enttäuschend – offenbar verstehen die Arbeitgeber immer noch nicht, dass es auf Dauer keine funktionierende ÖPNV-Daseinsvorsorge mehr geben kann, wenn wir jetzt nicht entscheidend die Arbeitsbedingungen verbessern.“ Die Belastungen im Fahrdienst seien viel zu hoch, wie erst kürzlich eine Studie von ver.di und der Klima-Allianz Deutschland belegt habe (Link unten). Das Personalproblem verschärfe sich so immer weiter. „Die Kolleginnen und Kollegen brauchen dringend Entlastung – und die Arbeitgeber brauchen ein klares Signal, dass wir entschlossen sind, für unsere Forderungen zu kämpfen.“

Quelle: Verdi

Hintergrundinformationen

Warum jetzt gemeinsam für den ÖPNV?

Lange Wartezeiten, überfüllte Busse, Fahrtausfälle oder keine Busverbindung auf dem Land? Ob wir zur Schule fahren, zur Arbeit oder von der Party nach Hause: Wir alle sind täglich auf den Nahverkehr angewiesen. Doch die aktuelle Politik verhindert, dass wir gut mobil sein können. So kann es nicht weitergehen.

Was fordern wir von der Politik?

Der Nahverkehr kann verdoppelt werden, wenn jetzt investiert wird. Auf dem Land und in der Stadt wäre mit genügend Personal, mehr Bussen und Bahnen und günstigen Tickets mehr Mobilität für alle möglich – bei weniger Verkehrsbelastung. Die Bundesregierung kann wie beim Deutschlandticket den ÖPNV jetzt direkt mit unterstützen.

Wie können wir das erreichen?

Im Frühjahr, wenn bundesweit Beschäftigte im Kommunalen Nahverkehr über ihre Arbeitsbedingungen verhandeln, wollen wir mit einer großen Bewegung für den ÖPNV die Politik zum Handeln bringen. Dafür haben wir uns als Fahrgäste, Klimabewegung, ÖPNV-Beschäftigte und Gewerkschaft ver.di unter dem Motto #wirfahrenzusammen zusammengetan.

Was haben die Arbeitsbedingungen mit mir als Fahrgast zu tun?

Täglich kommt es durch hohe Krankenstände und den Personalmangel zu Fahrtausfällen. Schon jetzt fehlen ca. 80.000 Beschäftigte. Einen guten und verlässlichen ÖPNV wird es nur geben, wenn sich endlich die Arbeitsbedingungen ändern.


Eine öffentliche Position von „Fridays for Future“ dazu:

Lange Wartezeiten, überfüllte Busse, Fahrtausfälle oder keine Busverbindung auf dem Land?
Ob wir zur Schule fahren, zur Arbeit oder von der Party nach Hause: Wir alle sind täglich auf den Nahverkehr angewiesen.
Doch die aktuelle Politik verhindert, dass wir klimafreundlich und günstig unterwegs
sein können. So kann es nicht weitergehen.

Um die Klimakrise zu stoppen, muss der ÖPNV bis 2030 verdoppelt werden. Aber im Moment wird der ÖPNV nicht mehr, sondern weniger: Busse und Bahnen fallen aus, weil es nicht genug Fahrer:innen gibt. Die haben nämlich einen harten Job: Sie arbeiten von früh bis spät, haben viel Verantwortung, zwischendurch kaum Zeit für eine Pause und schlechte Löhne. Deswegen hören immer mehr Kolleg:innen auf und der ÖPNV-Ausbau ist in Gefahr.

Wir wollen das ändern!

Ob jung oder alt, mit oder ohne Führerschein, alteingesessen oder neu dazugekommen, ob mit Kinderwagen, Rollstuhl oder Skateboard – wir alle verdienen Bewegungsfreiheit.
Deshalb fordern wir die Landes- und Bundesregierung auf, endlich in unseren Nahverkehr zu investieren. Für gute Arbeit für die Beschäftigten!
Für guten und preiswerten ÖPNV für alle! Ab Januar 2024 werden bundesweit 80.000 Beschäftigte im Nahverkehr für bessere Arbeitsbedingungen verhandeln. Als Klimabewegung und Fahrgäste sind wir an ihrer Seite. Gemeinsam schließen wir uns an Schulen und Unis zusammen, sammeln Unterschriften und übergeben sie an die Politik. Und wenn es sein muss, streiken wir gemeinsam mit den Beschäftigten und legen das ganze Land lahm. Zusammen können wir die Politik endlich zum Handeln bringen.

19.04.2026 Ratsbürgerentscheid: Olympia in KölnRheinRuhr / Deine Stimme entscheidet

Olympiabewerbung der Region in 5 Sätzen:

  • Die Region KölnRheinRuhr bewirbt sich mit 17 Städten um die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044.
  • Köln würde eine zentrale Rolle spielen, und wäre unter anderem Standort eines temporären Olympiastadions, des Olympischen und Paralympischen Dorfes.
  • Ratsbürgerentscheid: Am 19.04.2026 werden Rund 817.000 Wahlberechtigte per Brief mit „Ja“ oder „Nein“ über die Beteiligung der Stadt an der Bewerbung abstimmen.
  • Befürworter erhoffen sich eine bessere Infrastruktur, mehr Barrierefreiheit, einen Schub für den Sport und ein modernes Image der Region.
  • Kritiker warnen vor hohen Kosten und damit möglicher Verschuldung, Umweltbelastungen, steigenden Mieten sowie Kürzungen und Streichungen anderer sinnvoller und nachhaltiger Aufgaben und Anliegen zugunsten eines Prestigeobjekts.

 

Köln als „Leading City“ bedeutet, dass die Stadt Austragungsort von 11 olympischen und 7 paralympischen Sportarten wird, ein temporäres Olympiastadion, das Olympische und Paralympische Dorf sowie das Internationale Presse- und Medienzentrum errichtet werden. Ein zentraler politischer Meilenstein ist der 19. April 2026. An diesem Sonntag sollen in Köln und weiteren 16 Kommunen Ratsbürgerentscheide stattfinden, bei denen insgesamt rund vier Millionen Menschen über die Beteiligung ihrer Stadt an der gemeinsamen Bewerbung abstimmen. Die Auszählung ist für denselben Tag vorgesehen. Am 26. September 2026 will die DOSB-Mitgliederversammlung dann entscheiden, mit welchem deutschen Konzept – beispielsweise KölnRheinRuhr – Deutschland offiziell in das Auswahlverfahren des Internationalen Olympischen Komitees für die Spiele 2036, 2040 oder 2044 eintritt.

Pro & Kontra

Viele Menschen in KölnRheinRuhr sind von der Idee begeistert, die Spiele direkt vor der eigenen Haustür zu erleben, weil Fans kurze Anreisen, volle Stadien und ein Stadtfest-Gefühl über Wochen erwarten. Gleichzeitig gibt es Bedenken hinsichtlich steigender Mieten, überfüllter Innenstädte, Sicherheitszonen, Umweltbelastungen  und der Möglichkeit, dass am Ende die Allgemeinheit Schulden tragen könnte, während nur wenige Unternehmen profitieren.

Die Befürworter tragen vor, dass in der Rhein-Ruhr-Region schon heute zahlreiche Stadien, Arenen und Schwimm- sowie Mehrzweckhallen existieren, sodass weniger komplett neu gebaut werden müsste und mehr Geld in Modernisierung und Barrierefreiheit fließen könnte.
Kritikerinnen und Kritiker sehen das Risiko, dass „temporäre“ Bauten doch teurer und dauerhafter werden als versprochen, dass Naturräume für Infrastruktur beseitigt, und dass andere wichtige Projekte in Verkehr, Bildung oder Klima­schutz zugunsten von Olympia geschoben oder gestrichen werden.

Die Vergangenheit bietet gute wie schlechte Beispiele

In Barcelona 1992 nutzte die Stadt die Spiele, um Hafen und Strand aufzuwerten, die Uferzone zu öffnen und Infrastruktur dauerhaft zu verbessern, wovon Einheimische und Gäste bis heute profitieren.
In Athen 2004 sehen viele Menschen die hohen Kosten, verwaiste Sportstätten und die Belastung der Staatsfinanzen kritisch und empfinden große Teile der damaligen Olympia-Strategie im Rückblick als Fehler.
London 2012 investierte in die Entwicklung des East End, schuf neue Parks und Wohngebiete und wird oft als Beispiel genannt, wie Sportgroßereignisse Stadtviertel langfristig aufwerten können.
Montreal 1976 kämpfte 30 Jahre (bis 2006) mit der Abzahlung der Olympiaschulden und gilt vielen daher als Mahnung, dass zu optimistische Finanzpläne und Prestige-Bauten eine Stadt sehr lange belasten können.
Sotschi 2014 (Winter): Die ursprünglich geplante Summe von 12 Milliarden Euro konnte nicht eingehalten werden. Nach der Unterzeichnung der Olympiaverträge musste die Veranstaltung realisiert werden, obwohl die Kosten letztlich auf 51 Milliarden Euro explodiert sind. Andernfalls wäre die finanzielle Belastung der Stadt insbesondere durch die  Vertragsstrafen noch höher gewesen.

Kommentar

Die positiven Bilder der Befürworter erwecken große Hoffnungen, sodass wir möglicherweise bereit wären, gravierende Risiken einzugehen. Und die negativen Szenarien der Gegner können uns hingegen dazu verleiten, übervorsichtig zu sein und auf mögliche Chancen zu verzichten.
Anstatt uns von rhetorischen Hoffnungen und Ängsten leiten zu lassen, können wir die bewährte Taktik der Banken und Versicherungen anwenden und analysieren, wie wahrscheinlich die Risiken im Vergleich zum Nutzen tatsächlich sind.
Hierbei stellt sich die Vertrauensfrage als erstes an. Daher sollten wir uns selbst die folgenden Fragen ehrlich beantworten:

  • Kosten: Wird die Stadt die Baukosten einhalten und das Großprojekt mit soliden Pufferreserven kalkulieren, um teure Überraschungen abzufedern? Oder wird es eher zu einer Kostenexplosion und  Bauproblemen kommen, die letztlich von den Kölnerinnen und Kölnern getragen werden müssen – wie bei manch anderem Prestigebauprojekt?
  • Interessen: Werden die Entscheidungsträger die Interessen der Menschen gegenüber den Interessen der Investorenlobby gut genug verteidigen? Oder werden sie am Ende Risiken für jahrzehntelange finanzielle, ökologische und soziale Nachteile für Köln und seine Bürgerinnen und Bürger abnicken, um die Risiken für die Gewinne der Investoren zu minimieren? 
  • Transparenz: Bleiben die Entscheidungsfindungen und die Kommunikation offen und transparent mit echten Bürgerbeteiligungen und unabhängigen Kontrollen oder ist nur mit Bürgerinformationen nach Pflicht zu rechnen, wobei überall der Schatten von Klüngel und Hinterzimmer-Absprachen lauert, die später zu Skandalen werden könnten?

Persönliche Meinung: Rein auf harte Erfahrungen gestützt, wird es leider recht dünn mit dem Optimismus – Fachlich ausgedruckt heißt es in etwa: „Asymmetrisches Risiko mit negativem Bias“ oder einfach gesagt: Die Vergangenheit der Stadtverwaltung und Kölner Rat deuten bei der Olympiabewerbung auf „Eisberg voraus!“ hin. 

Chance: Die Olympischen Spiele könnten Köln eine einmalige Chance bieten – allerdings nur, wenn alle Entscheidungen und deren Umsetzung wirklich im Interesse der Bürgerinnen und Bürger erfolgen würden. Die aktuelle Art und Weise, wie Stadtrat und Verwaltung seit Jahrzehnten Entscheidungen treffen, ist jedoch weder transparent noch bürgernah genug, um dies zu gewährleisten. Die mangelnde Transparenz bei wichtigen Entscheidungen in Köln erweckt kein Vertrauen in gelungene Umsetzung der olympischen Spiele in Köln. Sie birgt vielmehr die Gefahr, dass aus einer Chance für die Stadt ein lukratives Geschäft für die Investoren und eine generationenüberdauernde Belastung für ihre Bewohnerinnen und Bewohner wird.
Das lässt sich aber auch positiv sehen. Das „Nein“ zu Olympischen Spielen aus Angst vor intransparenter Kölner Entscheidungskultur könnte der Anlass sein, eine grundlegende Transparenzreform in Köln auf den Weg zu bringen.
Damit würden solche weitreichenden Entscheidungen und ihre Umsetzung ausschließlich in offenen, transparenten und bürgernahen Expertenräten beschlossen werden. Das wäre ein Gewinn für alle Menschen und künftigen Generationen in Köln, wobei die Lobbyisten und ihre Netzwerke davon ausgenommen wären.
Eine echte Transparenzreform erfordert sicherlich eine mehrjährige Anstrengung und eine kontinuierliche Weiterentwicklung, aber damit würden wir unseren Kindern die Gelegenheit geben, Köln für künftige Olympische Spiele zu bewerben, ohne dabei die Sorge haben zu müssen, mit ihrem „Ja” den Lobbyisten und dem Klüngel einen „Blankoscheck” ausstellen zu müssen.

Beitrag: Florian, der freundliche Analysator von nebenan

.