Offener Brief von OB Henriette Reker / Schützt die Älteren!

© Jens Koch


OB von OB
/ Schützt die Älteren!
Offener Brief von OB Henriette Reker vom 25. März 2020

Liebe Kölnerinnen und Kölner,
herzlichen Dank denjenigen, die durch ihr Verständnis für die Situation und dadurch, dass sie die Regeln der Zurück­
haltung beachten, einen entscheidenden Beitrag dafür leisten, dass wir auch zukünftig eine gute medizinische
Versorgung erwarten dürfen.
Wir alle müssen uns den massiven Einschränkungen der Kontaktsperre unterwerfen. Bei manchen kommt noch die
häusliche oder stationäre Quarantäne hinzu. Mir ist bewusst, welchen Verzicht das bedeutet und leider kann niemand
zum jetzigen Zeitpunkt sagen, wie lange dieser Zustand noch andauert. Wir lernen in der Krise jeden Tag dazu.
Heute wende ich mich noch einmal mit einem mir ganz besonders wichtigen Anliegen an Sie:
Es geht um eine der schwierigsten, aber dringendsten Bitten zum Schutze derer, die eine Corona-Erkrankung am
schwersten trifft. Es geht um die Notwendigkeit, alle direkten Kontakte zwischen Jüngeren, etwa Enkelinnen und
Enkeln, mit Älteren, insbesondere Menschen über 65 und Menschen mit Vorerkrankungen, zu vermeiden. Für diese
Gruppen stellt eine Infektion ein besonders großes Risiko dar und kann, so deutlich muss ich das sagen, zwischen
Leben und Tod entscheiden. Wir müssen diese Kontakte unbedingt vermeiden, so schön sie auch sein mögen.
Das klingt für unser normales Verständnis herzlos, aber in diesen Wochen ist es ein Zeichen der Zuneigung. Und
auch wenn man sich nicht mehr physisch treffen kann: Niemand soll sich einsam fühlen, denn auch ohne persönliche
Besuche und Treffen gibt es viele Möglichkeiten miteinander in Kontakt zu bleiben: Telefonieren, Videoschalten,
E-Mails, Fotos schicken, Sprachnachrichten oder Briefe. Die Enkel wissen da am besten Bescheid. Drücken Sie auf diesen
Wegen Ihre Zuneigung aus.
Das Virus ist unsichtbar, man kann es nicht riechen und nicht schmecken; das macht es so geheimnisvoll. Darum kann
leider jeder und jede, auch wenn sie sich gesund fühlen, ansteckend sein. Jeder einzelne Kontakt kann möglicherweise
DER EINE zu viel gewesen sein.
Liebe Seniorinnen und Senioren, bitte verzichten Sie in diesen Tagen auf Treffen im Familienkreis, mit Ihren Kindern
oder Enkelkindern, aber auch mit anderen, die in besonderer Weise gefährdet sind.
Liebe Kinder, Jugendliche, liebe Erwachsene, jeder und jede kann das Virus in sich tragen ohne es zu wissen und ohne
irgendwelche Symptome zu spüren. Egal, wie gesund Sie sich fühlen: Schützen Sie Ihre Eltern und Großeltern, Freunde
oder Nachbarn mit Vorerkrankungen, für die eine Ansteckung schlimme Folgen haben kann.
Ich bitte Sie von Herzen, den Kontakt mit und unter Menschen der Risikogruppen zu vermeiden oder auf das
absolute Mindestmaß zu reduzieren. Im Sinne derer, die am verwundbarsten sind. Im Sinne Ihrer Liebsten..

Quelle: Stadt Köln / offener-brief-von-ob


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