Vom Westen kommt ein A4plus auf / Versetzung von Rodenkirchener Brücke

Vom Westen kommt ein A4plus auf / Ausbau A4 und Rodenkirchener Brücke

 

Eine Kolumne von Tanja:

Bei Gesprächen mit Poller Bürger*innen fällt auf, dass viele noch gar nichts von dem anstehenden Ausbau der A4 und der Rodenkirchener Brücke von sechs auf acht Spuren wissen.

Straßen.NRW (für den überregionalen Straßenbau in NRW verantwortliche Landesbehörde) ist mit der Planung des Ausbaus zwischen dem Autobahnkreuz Köln-Süd und dem Autobahnkreuz Köln-Gremberg beauftragt. Auch die Rodenkirchener Brücke ist Teil des Ausbauvorhabens und soll verbreitert oder durch eine zweite Brücke ergänzt werden.

Dieser Ausbau wird weitreichende Folgen für ganz Poll haben, nicht nur in Bezug auf Immissionen von Lärm und Schadstoffen, auch für das Verkehrsaufkommen in Poll sowie für die Landschaftsgestaltung bzw. der Vernichtung von Grün- und Freizeitflächen, Gärten und Feldern. Zudem dürften einige Anwohner*innen auch um den Fortbestand ihrer Häuser und Grundstücke fürchten oder müssen mit einer drastischen Verschlechterung der Wohn- und Lebensqualität rechnen, wenn die Autobahn deutlich näher an Wohngebiete rückt.

Im Juni diesen Jahres sollte allen Poller*innen ein Schreiben von Straßen.NRW zugestellt werden, das über den Bau informiert. Dieses Schreiben wurde aber nur in einigen, wenigen Straßen in Poll verteilt. Hier möchte ich diese Infos mal für alle weitergeben (Infobriefs).

Um schon während des momentan stattfindenden Planungsprozesses kontinuierlich informiert zu werden, muss sich eine Bürgerinitiative gründen. Nur so haben Poller*innen überhaupt eine Chance, über Bauvarianten mit abzustimmen und Einfluss auf die Durchführung der mehrere Jahre dauernden Baumaßnahmen zu nehmen (z.B. Wo geht der Baustellenverkehr lang?).  Sie können sich auf der Liste der Interessenten bei „A4Plus-Kreis-Poll“ eintragen lassen, um Informiert zu bleiben, oder Aktiv zu werden.

Nutzen Sie die Möglichkeit sich ein Bild der Planungen zu machen und lassen Sie nicht zu, dass die Behörde uns Poller Bürger*innen vor vollendete Tatsachen setzt und unsere Wohn- und Lebensqualität einschränkt!
Eine Kolumne von Tanja / aktive Nachbarin


Offizielle Infos zum Bauvorhaben gibt es auf den Projektseiten von Straßen.NRW: www.a4plus.nrw.de

Öffentliches Plattform der Poller Nachbarschaft zum Thema Verkehr: verkehrpoll.ideentausch.org

Ist die Inzidenzzahl als Maßstab für die Bewertung der Krise zeitgemäß und ausreichend?

Ist die Inzidenzzahl als Maßstab für die Bewertung der Krise zeitgemäß und ausreichend?

 

Eine Kolumne von Tom:

In den letzten Monaten wurde mehr auf Corona getestet als im Frühjahr. Allein wegen der höheren Anzahl der Tests steigt die Zahl der entdeckten Infizierten. Zwar sind aktuell auch nach wissenschaftlich korrekten Berechnungen in der Tat mehr Personen an Corona infiziert als im Frühjahr, aber die Zählung der zufällig gefundene Fälle,  die sogenannte „Inzidenzzahl“ ist nicht der Beweis dafür. Hätte man in dieser Zeit weniger Tests durchgeführt, hätte man weniger Infizierte entdeckt und die Inzidenzzahl wäre kleiner. Auch wenn die tatsächliche Anzahl der Infizierte gleich hoch wäre.

Das Prinzip „Mehr Tests, höhere Inzidenzzahl! Und weniger Tests, geringere Inzidenzzahl!“ ist methodisch falsch und schon lange nicht mehr zeitgemäß.
Nach dem gleichen Prinzip könnte man am Samstag 2 Stunden Pilze im Wald suchen gehen und 20 Pilze finden und am Sonntag, nach 6 langen Stunden und 40 gefundenen Pilze einfach behaupten, dass sich die Inzidenzzahl der Pilze im Wald von Samstag auf Sonntag verdoppelt habe. Dabei hat man jedoch nur dreimal länger gesucht.

Diese Willkürlichkeit darf nicht als Maßstab für wichtige Entscheidungen, bzw. das Unterlassen von nötigen Entscheidungen in der Gesellschaft verwendet werden. Die statistische Einschätzung der Corona-Zahlen sollte sich nach einem „vernünftigen Bezugsrahmen“ richten. Selbstverständlich bietet auch das RKI andere Zahlen und Methodiken zur Erkennung des Entwicklungsverlaufs der Corona-Ausbreitung in Deutschland, die aussagekräftiger und sinnvoller sind als die Inzidenzzahl nach gefunden Fällen. Aber die Bundesregierung hat sich ausdrücklich für die Inzidenzzahl als Maßstab für ihr Handeln entschieden.


Die Tatsache bleibt, dass die Inzidenzzahl eine zufällige und sogar manipulierbare* Größe mit geringer Aussagekraft ist. Die Inzidenzzahl eignet sich eher für politische Aktionismus bzw. könnte sie ggf. verbergen, dass nötige Maßnahmen unterlassen werden.

Das Verwenden von willkürlichen Zahlen ist nicht wissenschaftlich korrekt und es ist für eine sinnvolle Bewältigung der Krise denkbar ungeeignet.
Wir sind alle aufgerufen diese politische Handhabung der Bundesregierung in der Corona-Krise zu hinterfragen.

Eine Kolumne von Tom / Wissenschaftler und aktiver Bürger


*) Wenn die Politik mehr staatlich kostenlose Tests anbietet und mehr Vorschriften zur Vorlage eines Negativtests erlässt, dann gibt es folglich mehr Tests und die Inzidenzzahl steigt. Sollte man die politische Förderung und Forderung von Tests herunterfahren, dann manipuliert man die Inzidenzzahl wieder nach unten. Das hat keine Aussagekraft über die tatsächliche Corona-Situation in Deutschland.

Wer findet das Ei des Kolumbus? Siegburger Straße wird neu gedacht.

Wer findet das Ei des Kolumbus? Siegburger Straße wird neu gedacht.

 

 

Eine Kolumne von Heinz:

Um das „Poller Haus“, Siegburger Str., ist es in der letzten Zeit stiller geworden.
Mein Kenntnisstand ist:Abriss des gesamten Komplexes (Flachbauten und Wohnhaus) und Erstellen von Wohnungen.Im Erdgeschoss soll ein Vollversorger (EDEKA, REWE?) Einzug halten. Und darunter sollen Tiefgaragen, auch für die Kunden, entstehen.
Der „Poller Marktplatz“ soll in diesem Zuge eine Aufwertung erhalten.*


Nun stellen Sie sich die geschaffene Realität einmal vor:

Motorisierte Kunden aus Richtung Porz blockieren (weiterhin) zunehmend die Siegburger Str., bis sie endlich im „Loch“ / Tiefgarage verschwinden …

Und Motorisierte aus Richtung Deutz warten auf den Bahnschienen, bis auch sie, als Linksabbieger, in der „Gruft“ verschwinden“ können….

Wo befindet sich (zur Zeit) der nächste Fußgänger-Überweg zum Erreichen der anderen Straßenseite? Ein hin- und herspringen der Fußgänger ist schon jetzt vorprogrammiert.

Und der zu favorisierende Ausbau des ÖPNV bleibt bei solch einer Denke auf der Strecke.


Interessante Vorbilder gibt es schon:

Kennen Sie die Haupteinkaufsstraße in Köln-Rodenkirchen, wo es in einem wirklich nur sehr begrenzten Umfang Parkplätze gibt? Da funktioniert das Einkaufen auch ohne die Beförderung auf 4 Rädern.

Kennen Sie die Einkaufsstraße in Frechen-City, wo für die Durchfahrt nur noch die Straßenbahn Linie 7 zugelassen ist?

Wären solche Lösungen, das Ei des Kolumbus für Poll?

Eine Kolumne von Heinz / aktiver Radfahrer und engagierter Poller

 


*) Hinweis von der Redaktion: Es wird von der Bezirksvertretung geprüft, ob Poller Marktplatz zum einen Parkplatz für Autos verwandelt werden soll. Aber die Poller Bürgerschaft hält mit der Aktion „Op dem Maat“ dagegen. www.opdemmaat.de

Nun endgültig: Drehbrücke wird ab Anfang 2021 für mindestens ein Jahr voll gesperrt

Nun endgültig: Drehbrücke wird ab Anfang 2021 für mindestens ein Jahr voll gesperrt

 

 

Nun endgültig: Drehbrücke wird ab Anfang 2021 für mindestens ein Jahr voll gesperrt, auch für Radfahrer und Fußgänger.

Dazu ein Beitrag von Ichni, aktiver Poller

Warum die Sanierung vor dem Umbau des Deutzer Hafens erforderlich ist erschließt sich nicht wirklich. Bereits jetzt ist der Schiffsverkehr – und damit die regelmäßige Drehung der Brücke – auf ein Minimum reduziert. Auch wenn hier grundsätzlich das Risiko einer Havarie der Brücke besteht – wenn spätestens nach dem anstehenden Umzug der Mühlen und der Theo Steil KG keine Bewegung der Brücke mehr erforderlich ist stört auch keine Störanfälligkeit.
Hier meine ganz persönliche Prognose: Die Drehbrücke wird für die Sanierungsarbeiten quer zur Fahrbahn gedreht und erst nach der Einweihung des Sportboothafens und nach der Fertigstellung des neuen Deutzer Hafengeländes wieder für den Fuß- und Radverkehr wieder aufgemacht. Ich weiß nicht ob ich dies noch als aktiver Radfahrer erleben werde. Dies bedeutet aber der von Radpendlern und Ausflüglern benutzte Weg am Rheinufer entlang für mindestens die nächste Dekade eine Sackgasse sein wird.
Jedenfalls können wir auf die Umleitungsstrecke für die Radfahrer und die beidseitig zu befahrende rheinseitige Engstelle an der Kreuzung Hasental gespannt sein.
Quelle und mehr Informationen AK Verkehr Poll+


 

 

Kleine Vorboten der Verkehrswende?

Auch große Konzerne reagieren schon auf die lokale Verkehrswende

 

 

color_keyFoto 2020 Heike

Wer bei ALDI in Poll (Poller Kirchweg) einkaufen geht, hat es sicherlich schon mitbekommen.
Nach einer Grundsanierung und einem an die neuen Einkaufsgepflogenheiten angepassten Verkaufskonzept Ende November 2020 stehen nunmehr 24 sehr gut konzipierte Fahrrad-Abstellanlagen zur Verfügung – vor dem Umbau waren es nur 6 Stellplätze.

Dazu hat ALDI drei Autoparkplätze vor der Tür kurzerhand in drei zusätzliche Fahrradreihen umgewandelt.

ALDI-Süd reagiert damit auf den gesellschaftlichen Wandel hin zum „Mehr-Fahrrad“, was für die Menschen in Köln längst Alltag geworden ist.
Es bleibt zu hoffen, dass immer mehr Akteure auf diesen Wandel fördernd reagieren, genauso, wie es ALDI-Süd bei uns in Köln-Poll getan hat.

Ein Wermutstropfen wäre vielleicht die (noch) fehlende Ladestation für die Drahtesel, wie von mir vorgeschlagen. An der Stelle geht ALDI in Köln-Zollstock schon mit gutem Beispiel voran.

Eine Beitrag von Heinz / aktiver Radfahrer und engagierter Poller


Abfall vermeiden und Zero Waste (EU Aktion) 2021 auch in Poll?

Zur europäischen Woche der Abfallvermeidung

21.11.2020 – 29.11.2020

Motto 2020: Abfälle, die wir nicht sehen: Mikroplastik

Abfallvermeidung fängt im Kleinen an. Tausende Aktionen zeigen europaweit jedes Jahr Alternativen zu Wegwerfgesellschaft und Ressourcenverschwendung auf. Jeder und jede Einzelne kann etwas tun. Vom 21. bis 29. November 2020 findet die Europäische Woche der Abfallvermeidung statt.

 

Gestalten Sie die Abfallvermeidungswoche mit: Präsentieren Sie Ihre Ideen, neue Projekte, organisieren Sie Online-Veranstaltungen oder Diskussionsrunden. Die Europäische Woche der Abfallvermeidung findet vom 21. bis 29. November 2020 in ganz Deutschland, 33 Ländern Europas und angrenzenden Staaten statt.

Das Jahresmotto 2020 lautet „Invisible Waste:Abfälle, die wir nicht sehen – schau genau hin!“ mit dem Schwerpunkt „Unsichtbare Abfälle“ im Bereich Abfallvermeidung. Das Jahresmotto ist eine Orientierung, Akteure sind grundsätzlich frei in ihrer Themenwahl.

Die Anmeldung war bis 19. November 2020 möglich.  (Breiten Sie sich für die Anmeldung 2021 vor!)

 

online Auftaktveranstaltung „Zero Waste“
am 23.11.2020 von 10 Uhr – 11:30 Uhr

 

AWB ist aktiv dabei. (Aktionsseite der AWB!)

AWB Tauschbörse Weggeben statt Wegwerfen  https://www.awbkoeln.de/tauschboerse/

 

Corona und die zwischenmenschliche Kommunikation

Corona und die zwischenmenschliche Kommunikation

Bereits im März 2020, am Anfang der Corona-Krise also, machte man sich Gedanken über die Versorgungssicherheit – die Regierung musste die Versorgung der Bevölkerung mit Schutzmasken und Krankenhausbetten, die Bürger die eigene Eindeckung mit Nudeln und Toilettenpapier sichern. Nachdem die Grundbedürfnisse der unter Kontrollverlust Leidenden befriedigt waren und man irgendwann keine Pasta mehr sehen konnte, wurde allmählich klar, dass wir eines unserer tiefsten Grundbedürfnisse außer Acht gelassen hatten: das Verlangen nach Nähe zu unseren Mitmenschen. Zwar hat manch so einem das abrupte Herunterfahren jeglicher Lebensbereiche etwas Ruhe und lang ersehnte Zeit für sich beschert. Nur ein paar Wochen später jedoch sehnte man sich nach Wärme seiner Mitmenschen, welche digitale Medien nicht im Stande sind zu ersetzen – nicht umsonst entstand der Trend, Bäume zu umarmen.

Der lebendige Kontakt bleibt also die dem Menschen zuträglichste Form der Interaktion, die Corona -Zeit brachte dennoch eine interessante und unerwartete Entwicklung mit sich. Sie vereinte nämlich die digitalen Vorreiter und diejenigen, die sich bis dato aus verschiedenen Gründen scheuten, moderne Kommunikationstechnologien zu nutzen. Der digitale Fortschritt hat für viele seinen Schrecken verloren und moderne Medien für immer mehr Menschen Alltag werden lassen, so wie einst das Telefon. Andererseits lernen viele der „digital natives“ und deren Gleichgesinnten ganz sicher wieder die Vorzüge des ursprünglichen sozialen Miteinanders wertschätzen. Eines Miteinanders ohne stockende Bilder und unterbrochenen Ton, dafür mit Getränken und Umarmungen!

Eine Ko­lum­ne von Talya / Politikwissenschaftlerin aus Poll

 

Corona-Krise als Motor der Entwicklung?

Corona-Krise als Motor der Entwicklung?

Der Klimawandel ist wegen der Corona-Pandemie kurzzeitig in den Hintergrund gerückt, das Thema wurde jedoch unter verschiedenen Blickwinkeln immer wieder aufgegriffen. Mal war es die pflichtbewusst vorgetragene Idee, dass die Finanzhilfen doch auch in die Gestaltung umweltfreundlicher Produktion fließen könnten. Dann hieß es, die Luftqualität sei besser geworden, später auch wieder nicht. Dieses kurze „Nicht“ wurde von manch so einem aufgegriffen, um Dieselfahrverbote zu kritisieren. Die Rufe der Wissenschaftler, dass man für Schlussfolgerungen verschiedene Faktoren berücksichtigen müsse, verschwanden im Rauch der an Geschwindigkeit gewinnenden Diskussion über die tatsächliche Umweltschädlichkeit der Dieselfahrzeuge und über Kaufprämien für neue Verbrennmotor-Autos. Dabei sollte man sich vielleicht gerade jetzt an die Visionen von Rudolf Diesel –  Erfinder des gleichnamigen Motors – erinnern. Bei dessen Entwicklung wurde er von seinen Zukunftsvorstellungen vorangetrieben. Jetzt, 100 Jahre später, können wir uns ein Beispiel daran nehmen und die Chance nutzen, die zur Verfügung stehenden Ressourcen in innovative, klimaschonende und sozialverträgliche Mobilitätsmodelle zu investieren, anstatt uns in alter Sicherheit zu wiegen.

Die gegenwärtige Krise wird vielerlei Veränderungen nach sich ziehen, so viel ist klar. Es liegt in unseren Händen, die Zukunft unserer Kinder nachhaltig zu gestalten.

Eine Ko­lum­ne von Talya / Politikwissenschaftlerin aus Poll

 

Maifeiertag und die Corona-Krise

Der Maifeiertag und die Corona-Krise
Ein Schreibexperiment

Momentan hat gefühlt jedes in den Medien behandelnde Thema etwas mit der Corona-Pandemie zu tun. Da bietet es sich geradezu an, auch den Maifeiertag in diesen Kontext einzubinden, zumindest sprachlich.
Ein journalistisches Experiment mit möglichst vielen Wörtern aus dem Corona-Sprachschatz.

Während sich der sonst so launische, in diesem Jahr aber außergewöhnlich sonnige April doch noch mit Schauern verabschiedet, blicken alle Deutschen gespannt wie nie in Richtung Bundeshauptstadt. In der Videokonferenz der Bundesregierung und der Ministerpräsidenten soll beschlossen werden, wie die sukzessive Rückkehr zur Normalität stattfinden soll. Wird die Kontaktsperre gelockert? Ist Schluss mit dem Homeschooling, bevor die Nudelvorräte zu Ende sind? Darf der erlebnisdurstige Nachwuchs endlich wieder auf den Spielplatz und in den Tierpark, um der nach Ruhe hungernden Mutter etwas Zeit für die rechtlich sichere Homeoffice-Beschäftigung zu verschaffen?

Der erste Mai steht vor der Tür, ein mehrfach im Brauchtum gefeierter wie politisch ereignisreicher Tag. Ganz in diesem Sinne lesen wir auch über all das, was am 1.Mai verboten oder erlaubt ist. Die unzähligen Artikeln und Reportagen zu diesem Thema sind repräsentativ für unsere momentane Stimmung der „verboten-erlaubt“ – Abwägungen und der allgegenwärtigen Unsicherheit und Ungewissheit. Schließlich hat man den Übergang zu Monat Mai seit Jahrhunderten im Brauchtum gefeiert, wobei der Maibaum und der Tanz in den Mai aus dem Frühling nicht mehr weg zu denken sind. Auch den internationalen Tag der Arbeit wird seit über 100 Jahren genutzt, um auf die Belange der Arbeitnehmer aufmerksam zu machen. Doch die Kontaktsperre und die Angst vor einer steigenden Ansteckungskurve lassen dieses Jahr die Birken im Wald und die Menschen zu Hause bleiben.

Schlussendlich ist Eines ganz sicher: Liebe und Solidarität, welche dieser Tag schon immer gefeiert hat, werden die Ausgangssperren überdauern und in genau einem Jahr die Mai-Tradition fortsetzen. Ohne Mundschutz lässt sich die Romantik dann noch besser genießen!

Eine Ko­lum­ne von Talya / Politikwissenschaftlerin aus Poll

 

Langeweile?

Langeweile?

In den letzten fünf Wochen des „Bleibt-Zuhause“ in Deutschland trifft man in den Medien und im Internet immer öfter auf Ratschläge gegen Langeweile, und das nicht nur bei Kindern (wie wir es sonst kennen). Hoch im Kurs ist Basteln, gefolgt von Streamingdiensten für Filme, Möglichkeiten zur Online-Buchleihe und und und…. Mir zwingt sich die Frage auf: bei wie vielen ist tatsächlich Langeweile aufgekommen? Hätte dieser Zustand durchaus positive Aspekte?

In der momentanen Situation würden sich wahrscheinlich viele Erwachsene eher glücklich fühlen, hätten sie doch bloß etwas Zeit für einen sonst undenkbaren 18-Stunden Serienmarathon – nur aus purer Langeweile. Fehlanzeige. Wenn es nicht gerade im systemrelevanten Beruf gearbeitet wird und einem durch verkürzte Arbeitszeit etwas vom Tag bleibt, wird auf einmal die Notwendigkeit zu einem neuen Wohnzimmer-Anstricht, Badrenovierung oder gar zu einem kompletten Möbelaustausch gesehen. Es wird gebohrt, gewerkelt und an vielen Straßenecken stapelt sich zur Abholung bereitgestellter Sperrmüll. Und auch unser gemeinschaftlicher Gemüsegarten sieht in diesem Jahr außerordentlich gepflegt aus.

Wenn auch die Buchhandlungen demnächst wieder öffnen dürfen, dann kann die Langeweile endlich kommen. Hoffentlich.

Eine Ko­lum­ne von Talya / Politikwissenschaftlerin aus Poll

 


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DH: Sie, aus Poll, können hier gerne als Hobby-Journalist oder Hobby-Fotograf dabei sein.(Alles online)